Sagen und Namen oder wie der Vogelsberg …

Vogelschmiede - unser Traum von einem Gasthaus für Stadtflüchtige
Vogelschmiede – unser Traum von einem Gasthaus für Stadtflüchtige

… und die Vogelschmiede zu ihren Namen kamen:

„In Härchehaa goabb’s eann Schmiid, däer sich medd demm Doifel sesome däedd. De Doifel woar vomm Himmel off deass Dach voo demm Härchehaar Schmiid gefalle onn är däedd glaaich probiirn, oabbe däe Schmiid fiir sich geweann konnd, är veschbrach vill Gäelld. Däi Zwing koome zeouem Haanel: Draai Joor mussd de Doifel oone Lung baaim Schmiid aerben onn sollt doo’de’fiir däemm sai Siiel kräiche. De Schmiid schdaald oaber di Bedingung, dass är nooch draai Joor noch näid velaenn weer, wann är demm Doifel draai Frooche geschdäell kennd, däi däer näid beannd’waedde kennd.

Wäi di Schdonn koom, schdaald de Schmiid draai Frooche, däi är voo aenner aale Fraa kräichd hadd. Se’eschd sollt de Doifel Hoorn schdragg schmiide, dann liis är fallsch rooede, woass geschmiid wuerd: Schebbe oder Hagge? Waell är voo aenner Schebbe medd aemm Schloach off e Hagge gewäeseld konnd, hadd de Doifel schlächde Koadde. Haedd däer Hagge gesaad, haedd de Schmiid di Schebbe geloesse. Selaessd koom di Frooch nooch aemm Vuuchel, däe in emm Baam sass. Demm Schmiid sai Fraa hadd sich easchd in Doaag onn dann in Fäedn gewaellcherd onn dann in de Baam gesoasd. So’en grusse Vuuchel hadd de Doifel noch nii gesing, är konnd’s näid gerooede, scheammd oarch goarschdich onn greasch: „Doass eass emooel eann vedammde Vuuchelsbärrch“. So krooch de Vuuchelsbärrch sain Nome – biss haaed.

(Quelle: VHC Herchenhain)

Für alle, die sich mit dem „Herchenhainer Platt“ noch ein wenig schwertun, hier die hochdeutsche Übersetzung:

In Herchenhain gab es einen Schmied, der sich mit dem Teufel eingelassen hat. Als dieser vom Himmel auf das Dach des Herchenhainer Schmieds fiel, probierte er sofort, den Schmied für sich zu gewinnen und versprach ihm viel Geld. Die zwei werden sich handelseinig: Sie verständigten sich auf drei Jahre Leben in Saus und Braus und im Gegenzug sollte der Teufel seine Seele bekommen. Der Schmied stellte aber die Bedingung, dass seine Seele erst verloren ist, wenn er ihm drei Fragen aufgibt, die er nicht zu lösen vermag.

Wie die Stunde naht, stellt der Schmied die drei Fragen, die er von einer alten Frau bekommen hatte. Zunächst sollte er eine Locke seines Haares gerade schmieden, dann erriet er nicht, was der Schmied schmiedete: eine Schippe oder eine Hacke? Weil er aus der Schippe mit einem Schlag eine Hacke machen konnte, hatte der Teufel schlechte Karten. Hätte er Hacke gesagt, hätte der Schmied die Schippe gelassen. Als Letztes kommt jetzt die Frage nach einem Vogel, der im Baum saß. So einen großen Vogel hatte der Teufel noch nie gesehen. Er konnte auch diese dritte Frage nicht beantworten und krisch arg garstig: „ Das ist einmal ein verdammter Vogelsberg!“ und fuhr mit viel Schwefelgestank und viel Gepolter hinab in die Hölle.

Die Teufelskralle... die ließ der Teufel bei uns auf der Herchenhainer Höhe zurück.
Die Teufelskralle… die ließ der Teufel bei uns auf der Herchenhainer Höhe zurück.

So bekam der Vogelsberg nach der Sage seinen Namen.

Doch was war das für ein Vogel, der dort oben im Baum saß? Es war die Frau des Schmieds. Sie hatte sich in Brotteig gewälzt, anschließend den Inhalt eines Federkissens übergestreut und sich dann in den Baum gesetzt.

Sie erinnern sich an die Sache zur Entstehung unseres Logos? Da war dieser skurrile Vogel im Baum, der uns ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und auf wunderschöne Weise abgelenkt hat. Bei den Recherchen rund um den Vogelsberg stießen wir auf die o. g. Erzählung. Es lag auf der Hand, den sagenhaften Vogel aus der Geschichte mit Schmied und Teufel mit unserem Erlebnis um den fabelhaften Vogel im Baum zu verschmelzen. Die „Vogelschmiede“ war kreiert.

Und jetzt wissen Sie auch, wie die „Vogelschmiede“ ihren Namen bekam.

 

 

Gießener Anzeiger mit Artikel vom Vulkaneum
Gießener Anzeiger mit Artikel vom Vulkaneum

Nachdem wir die Geschichte 2015 entdeckt haben und so unseren Namen kreiert haben, freuen wir uns, dass diese Story nun auch im Vulkaneum in Schotten Aufmerksamkeit bekommt.

Mehr in dem Zeitungsartikel des Gießener Anzeiger im Juli 2017

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